Harry Häusle: „i han a Breatt“

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Wenn ein Alemanne eines jener Bretter besingt, die sonst manch einem die Welt bedeuten, muss er es nicht unbedingt vor dem Kopf haben.

Und wenn…, ein Astloch für den scharf fokussierten musikalisch – sprachlichen Durchblick tut sich bei Harry Häusle immer auf. Und wenn einer vor dem Arlberg auch noch auf jene Bretter scharf ist, auf denen schon ganz andere (Tom Waits, Bob Dylan, Paul Simon, Billy Joel,…) gestanden sind, dann muss er entweder gute Freunde haben (siehe booklet), verrückt oder richtig gut sein. Oder alles zusammen, wie sonst kommt solche Musik auf eine Scheibe? Die ins Alemannische heimgecoverten Songs bestechen inhaltlich durch breit gestreute, (womöglich autobiographische) und mit Augenzwinkern servierte Alltagsbefindlichkeiten des als Sänger, Texter, Komponisten, an Gitarre und Keyboards werkenden Allrounders Harry Häusle (inklusive zweier Texte Vorarlberger Mundartdichter). Musikalisch berühren die 12 Titel durch subtile Eleganz, die sich aus Harrys Gefühl fürs Machbare, seiner stimmlichen Präsenz, der Genauigkeit und peniblen Sorgfalt im Arrangement, ehrlich – rockigem Gitarrensound und gediegener Studioarbeit in fast logischer Konsequenz ergibt. „i han a Breatt“, gut für Ohrwurmzüchter, Arrangement – Feinspitze, Gitarrenfreaks, Nichts – und Allesdenker, Alt – und Jungrocker, kurz für alle Hinhörer – sofern ihnen der Vorarlberger Dialekt nicht spanisch vorkommt.

Gerhard Mariani

 
 
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