CD „Leaba in Vorarlberg“ – Harry Häusle

vorarlberg

Harry Häusles alemannische Seele will es wieder wissen: Kann man denn als sensibel-kreativ-schlitzohriger Musikant in Vorarlberg wirklich (über)leben, wenn man genau daselbst sich weder musikalisch noch von den Themen her anbiedert und sich seinen Spaß am möglichst freien Leben mit zähem Engagement singend und rockend erhalten will. Wie lebt es sich denn so im kleinen Ländle, wo Freiheit vielleicht schneller an Grenzen stoßen kann als anderswo ?

Spielt man Harrys neue CD, in der er in 12 Momentaufnahmen solchen Lebenswirklichkeiten auf seine unverwechselbar lebendig-dynamische Weise nachspürt, wächst im Hin-und Dahinterhören das Gefühl: Du singst dich selbst, Mann ! Lust, mal Frust o.k., aber: Du lebt doch gut hier, meistens.

Denn sonst würden die Ideen nicht so sprudeln, würden die fetten Gitarrenriffs magersüchtig, strahlendes Blech matt, Harrys satirischer Humor aufgesetzt und die alle Stückchen spielende Studiotechnik doch nur protzig wirken. Wie der Urheber des Ganzen aber seine eigenen witzig-schnoddrigen, dann wieder ernsthafteren Dialekttexte mit konzentrierter Power, stimmlicher Präsenz, ausgefeilten Arrangements, ausgesuchten Solisten und enormem studiotechnischen Aufwand in Songs verpackt, das verrät, dass Liedermachen bei aller Ernsthaftigkeit seines Tuns für den – in diesem Sinne - alles andere als sparsamen Vorarlberger pure Lebensfreude ist, die er gern nicht nur mit Vorarlbergern teilen würde.

So zeigt Harry Häusles CD „Leaba in Vorarlberg“ ein wenig von dieser fröhlich-beschaulichen, immer auch etwas hintergründigen Lebenslust der Menschen vor dem Arlberg. Und, die fetzig daherkommende Musik hätte locker die Kraft, alemannisches Lebensgefühl auch über die ange-stammten Grenzen des Ländles zu transportieren.

Harry Häusles neuer CD wäre es jedenfalls zu gönnen!

 

Gerhard Mariani

 
 
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