MusigReview

April 27, 2007

Leaba in Vorarlberg

Artist: Harry Häusle
Album: Leaba in Vorarlberg
Release: November 2006
Label: Gilla Pogo Music
Producer: Karlheinz Podgornik

vorarlberg

Mit dem Nachfolgealbum von „i han a Breatt“ ist Harry Häusle eine CD mit schwungvollen neuen Vorarlberger Dialektsongs gelungen. Diese Musik ist fürwahr „Easy Listening“ für den Hock auf dem Balkon oder für das sommerliche Grillfest. Eingängige Melodien und Texte, die direkt auf den Punkt kommen, laden zum Mitwippen ein.

Herausragend ist die Tatsache, wie in den Texten, die hauptsächlich von Frauen handeln, augenzwinkernd immer wieder die gängigen Klischees karikiert werden. Am deutlichsten kommt dies beim Lied „Rapper Video“ zum Ausdruck.

Mit „Meatile“ ist ihm sogar ein moderner Dialektschlager gelungen, der Hitpotenzial hat.

Harry besingt urtypische Vorarlberg Hobbies, wie das Bergsteigen, das Schifahren oder das Radler-Trinken und erzeugt so eine ausgelassene Vorarlberger Lebensstimmung. (des „Leaba in Vorarlberg“ eben, wie der Albumtitel nahe legt).

Ein musikalisches Juwel ist die langsame Abschlussnummer „D’Sunna goht unter“, die textlich das italienische Flair nach Vorarlberg holt. (einfach schön: die lässige Stimme von Harry, Gastmusiker Peter Vigl auf dem Saxophon und die herzzerreißenden E-Gitarrenklänge von Karlheinz „Gilla“ Podgornik). Der Song steht für ein Statement, das sich durch das ganze Album zieht: Warum weg von Vorarlberg, wenn es hier doch so schön ist? Diese CD ist eine heimliche Liebeserklärung an Vorarlberg. Der Vorarlberg Schriftzug in der Alpenlandschaft, im Hollywood Design gehalten (Coverdesign von Oliver Redl), vermittelt wohl, dass der amerikanische Traum in Vorarlberg viel öfter Wirklichkeit ist, als man meint. So kört sich’s.

Daniel Furxer

 
 
  © webdesign von www.micromedia.li » login